Alle drei Namen trägt die Jolle nicht, sie trug diese vielmehr innerhalb ihrer Entstehungsgeschichte. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts enstand in Florida (USA) die Familie der "Moth" Boot. Dieses waren Gleitjollen, die einfach nur schnell sein sollten. Grundlegende Bauvorschriften gab es kaum, nur zwei Regeln: die Länge durfte maximal 11 Fuß betragen und die Segelfläche nicht größer als 7qm sein. Welche Form die Schale hatte, spielte keine Rolle, woraus sich ein Wettkampf der Konstrukteure entwickelte.
In Europa wurde Ende der 30er Jahre ein für den Bootsbau geeignetes Sperrholz entwickelt, was dazu führte, dass die Konstuktion von "Moth" Booten in Europa an Fahrt gewann. Doch auch Konstruktionen aus Materialen wie Aluminium und Polyester folgten bald.
Durch die Freiheiten beim Bau entwickelte sich die "Moth" zu einer erfolgreichen und beliebten Jolle, von der es Anfang der 60er Jahre bis zu 25 verschiedene Konstruktionen gab, welche in Serie gefertigt wurden.
Durch zahlreiche Weiterentwicklungen gerieten ältere Boote zunehmend ins Hintertreffen bei Regatten und das Ziel der internationalen Klassenvereinigung, die Boote noch schneller zu machen, führte zu einer erlaubten Segelfläche von bis zu 8qm. Im Zuge dieser Entwicklung gab es immer mehr Stimmen, die eine Weiterentwicklung der Boote für nicht sinnvoll erachteten, geriet die Leistung des einzelnen Seglers doch aufgrund der immer waghalsigeren Konstruktionen zunehmend aus dem Blickfeld.
Eine neue Form der "Moth", entwickelt vom Belgier Alois Roland, robust und auch für Regatten auf See geeignet, trat 1962 unter dem Namen "Europe" auf den Plan. Niedrige Bautoleranzen sorgten für nahezu baugleiche Boote und stellten wieder die Leistungen des Seglers in den Vordergrund.
Bereits ein Jahr nach der Konstruktion der "Europe" gründete sich eine eigene Internationale Klassenvereinigung, um das Boot, welches international das meist gesegelte Jugendboot war, weiter zu fördern. Die Gründung der deutschen Klassenvereinigung erfolgte 1970.
Im Laufe der Jahre verdrängte die "Europe" ihren Vorläufer, die "Moth" immer weiter. Bereits 1966, kaum vier Jahre nach der ersten Konstruktion wurden die ersten "Europe" Weltmeisterschaften gesegelt.
Gerade im Jugendsegelsport erfreut sich die "Europe" in den kommenden Jahren immer größerer Beliebtheit. Als erste größere Jolle nach dem Optimisten stiegen viele Jugendliche in die Klasse ein. die Veranstaltung von Jugend-Europameisterschaften tat ihr übriges für die Attraktivität des Bootes unter jungen Seglern.
Diese Beliebtheit bei Jugendlichen, hängt auch mit dem idealen Gewicht eines Europe-Seglers zusammen: 50 bis 75Kg gelten als Ideal. So ist die Klasse auch bei Frauen beliebt, die ebenfalls oft bestens in diese Gewichtskategorie fallen. Deshalb wurde die "Europe" bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona 1992 auch offizielle, Damen-Disziplin. Allerdings dauerte der olympische Teil der Klassengeschichte nicht sehr lange: bereits 2004 ersetzte der "Laser-Radial" die "Europe" als Damen-Disziplin im Einhandsegeln.
Dennoch blieben viele Ihrer "Europe" treu. Sie ist leicht zu transportieren, schnell und es finden sich immer noch große Regattafelder sowohl auf See- als auch auf Binnenrevieren zusammen. Auch kann die "Europe" einiges an Wind vertragen. Bei 5-6 Windstärken (20-25kn) kann man noch gut segeln und auch Wellen sind kein Problem, egal ob lange Wellen auf See, oder kurze Wellen auf Binnengewässern: die Vorne spitze und Hinten runde Rumpfform macht die "Europe" zu einem guten Rauwasser-Boot.
Transportiert wird die Jolle auf dem Autodach, da sie mit nur ca. 45Kg Rumpf- und 65Kg segelfertigem Gewicht ein echtes Leichtgewicht ist. Sie ist auch nur 3,35m lang. Das erleichtert das Handling an Land ungemein.
Heute gibt es "Europe" Jollen aus verschiedenen Materialien: diese reichen vom reinen Kunststoffboot bis zum kompletten Boot aus Holz. Die Wahl des Materials entscheidet dabei nicht über die Geschwindigkeit des Bootes, das in seiner Geschichte die Metamorphose vom Wettbewerbsboot der Konstrukteure hin zu einem Boot, bei dem wieder die Leistung des einzelnen Seglers im Vordergrund steht, durchgemacht hat.
Technische Daten:
Länge über Alles 3,35 m
Breite, maximal 1,47 m
Tiefgang 0,14 m
Gewicht Rumpf, minimal 45 kg
Gewicht segelklar, ca. 65 kg
Segelfläche 7 m²
Masthöhe über Deck 4,90 m
Mastlänge, gesamt 5,43 m Website der Deutschen Europe Klassenvereinigung e.V.
„Und jetzt!“, gibt der Skipper das Kommando. Unter Schnaufen und Ächzen ziehen die Freizeitmatrosen die Segel hoch. Es ist ein bunter Haufen, der aus den unterschiedlichsten Gründen eine Fahrt auf einem Traditionssegler gebucht hat. Der eine hat die Fahrt zum Geburtstag geschenkt bekommen, der andere hat seine Freundin mit einem Segeltörn übers Wochenende überrascht und andere wollen einfach mal was anderes erleben, als am Wochenende Formel 1 gucken und die Straße zu kehren.
Seeluft schnuppern wollen sie. Und dass auf herkömmliche Weise ohne Motorenbrummen und Schiffsdieselabgase. Wer das erste mal das fast lautlose gleiten eines Großseglers erlebt, ist fasziniert wie so ein großer Pott nur vom Wind getrieben durch die kurze Dünung der Ostsee stampft. Für Einzelgänger ist so eine Tour nicht wirklich zu empfehlen. Seemanschaft wird hier zum erlebbaren Begriff, auf Deck muß man zusammenarbeiten und unter Deck den ungewohnt wenigen Platz teilen. Wenn aber die Segel gesezt sind und der Kurs stimmt, dann kann man sich aufs Achterdeck legen und die Sonne auf die Nase scheinen lassen.
Wenn der Zielhafen in Sicht kommt, werden dann aus der Kreuzfahrern wieder Leichtmatrosen die in die Masten klettern, an Tauen ziehen und beim Segel einholen gegen die Elemente ankämpfen. Zu guter letzt wird dann doch der Hilfsmotor angeworfen um im Hafen dass Manövrieren einfacher zu machen.
Wenn das Schiff angelegt hat, gehen die meisten erstmal von Bord. Beim Sprung an Land kann man sich dann ein wenig wie ein Entdecker vor 200 Jahren fühlen. Auch wenn es „nur“ Kappeln an der Schlei ist. Nach dem Landgang wird dann der Smutje und seine Helfer ausgesucht. Segeln macht richtig hungrig. Es wird geschnibbelt, gehackt, geklopft und gerührt. Wer nicht gerade aus der Gastronomie kommt oder in der Feldküche der Bundeswehr war, für den ist auch das ein Erlebnis, wenn man für 30 Leute das Abendessen vorbereitet.
Beim Sonnenuntergang wird dann aufgetischt und ein schöner Segeltag klingt langsam aus. Müde von der Seeluft gehen die meisten dann früh in Ihre Kojen um am nächsten Morgen fit für die nächste Etappe Ihrer Reise zu sein.
Traditionssegler kann man in Deutschland auf der Nord- und Ostsee Charten. Das Vergnügen beginnt bei ca. 100 € pro Person und Wochenende.
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- Überladung mit 5 Volt und 0,4 C für ca. 2,5 Std.
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Der Rolex-Aufkleber am Bug einer Yacht macht es klar: hier geht es nicht nur um den olympischen Gedanken, sondern hier sind die besten Teams und das beste Material auf dem Wasser und kämpfen um den Sieg in einem prestigeträchtigen Rennen. Zum 19. Mal wird der Maxi Yacht Rolex Cup ausgetragen und 40 Yachten sind gekommen um sich zu messen. Die besten Segler waren bis jetzt aus den USA und Großbritanien, auch die Neuseeländer konnten überzeugen. Die deutschen mit Ihren Yachten hinken da ein bißchen hinterher. Die ALLSMOKE von Günter Herz aus Hamburg und die OPEN SEASON von Thomas Bscher landeten jeweils auf dem sechsten Platz in der Zwischenwertung in ihren Klassen. Die HETEIROS von Otto Happel schaffte es in der Cruising-Division auch nur auf den vierten Platz.
Aber die Regatta dauert noch drei Tage, in denen viel passieren kann an der Costa Smeralda. Es ist ein wunderschönes Segelrevier, dass vom Taktiker der jeweiligen Yachten viel Gespür für die zerklüftete Küste abverlangt. Es bleibt also spannend und wir drücken den deutschen Teams alle vier Daumen damit sie die Regatta für sich entscheiden können. Hier können Sie die Ragatta verfolgen